Fotografische Quellcodes

Projektinfos

Jahr: 2018

Studiengang:
Kommunikationsdesign und Medien

Betreuer:
Prof. Dipl.-Des. Olaf Fippinger

Teilnehmer:
Martin Heidenreich

Projektart:

Erweiterte fotografische Techniken

Digitale Daten werden, um möglichst fehlertolerant dargestellt zu werden, in Zeichencodes übersetzt. So hat ein digitales Foto unter seiner Oberfläche die gleichen Zeichenkolonnen, wie alle Dateien dieser Welt. In einem Editor geöffnet sind die scheinbar zusammenhangslosen Buchstaben und Zahlen der Bilddatei sichtbar. Martin Heidenreich setzte sich mit diesen Zeichen auseinander, untersuchte die Sprache und veränderte dann durch entfernen oder hinzufügen bestimmter Informationen den Quellcode. Zurücktransferiert, in ein sichtbares Foto, wurden die Erkenntnisse analysiert und die Erkenntnisse in den nächsten Quellcode eingearbeitet. Über den Zeitraum von einem Semester wurden so an einem "kryptischen Quellcodeteppich" geknüpft, ähnlich dem durchdringen einer fernen Sprache, die trotz einer Grundkenntniss nur durch emphatischen Fleiss, ansatzweise verstanden werden kann.

Das Basismaterial bestand aus Fotos, welche maximal unambitioniert aufgenommen wurden. Heidenreich stellte die Frage, ob aus interessenlosen Bildern, durch fundiertes Fummeln im Quellcode, Preisgekrönte werden können. Wo die Anderen versuchen ihre Bilder durch vorprogrammierte Filter aufzuwerten, entschloss sich hier jemand immerhin nur halbblind, chinesische Schriften aus der Han-Dynastie (206 v. Chr.–220 n. Chr.) zu lesen um dann Interpretationen zu wagen. Eine Erkenntnis, dieser Langzeitstudie: je länger der Teppich geknüpft wird, je interessanter das Ergebnis.


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