Blended Hub | Entwurfsprojekt

Visualisierung Gerhart-Hauptmann-Platz

Project Infos

Year: 2026

Studycourse:
Architecture

Supervisor:
Loeper, Philipp, Prof. Dipl.-Ing.Takasaki-Lauw, Simon, Prof. Dipl.-Ing., MArch.

Participants:
Lona Quednau, Noah Mundinger

Project type:
Concept

Das Entwurfsprojekt „Blended Hub“ entsteht an einem zentralen und städtebaulich präsenten Standort in der Innenstadt am Gerhart-Hauptmann-Platz. Eingebunden in das direkte Umfeld von Mönckebergstraße, Rathaus und Alster liegt die Immobilie an einem stark frequentierten Ort und soll künftig als öffentlich wirksamer Baustein im urbanen Gefüge Hamburgs fungieren.

Das Gebäude wurde ursprünglich als großmaßstäblicher, funktionaler Zweckbau primär für die Büro- und Verwaltungsorganisation genutzt. Charakteristisch für diese Bestandsarchitektur sind eine robuste Gebäudestruktur, eine effiziente Erschließung sowie große, zusammenhängende Flächeneinheiten mit einer Bruttogeschossfläche von rund 60.000 Quadratmetern. Diese verteilen sich auf acht Vollgeschosse, zwei Staffelgeschosse sowie eine dreietagige Tiefgarage, während das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss derzeit als Einkaufszentrum „Perle“ genutzt werden. Dieser Standort ist nun für die vollständige Neudefinition städtischer Bildungs- und Kulturorte im Kontext der digitalen Transformation vorgesehen. Da rein physische Bestände zunehmend an Bedeutung verlieren, wächst der Bedarf an Räumen für soziale Interaktion, digitale Teilhabe und gemeinsamen Wissenserwerb. Das Blended Hub verschmilzt an dieser Schnittstelle die physische Präsenz einer modernen Wissensgesellschaft mit den Möglichkeiten des digitalen Zeitalters. Als zukunftsweisender „Dritter Ort“ und hybride Plattform soll der Entwurf weit über die klassische Funktion einer Bibliothek hinaus gehen. Ergänzt wird dieses Kernangebot durch zusätzliche Flächen für Bildung, Kultur, Freizeit, gemeinsames Arbeiten sowie weitere öffentliche Angebote. Als offene Agora für alle Bürgerinnen und Bürger soll das HDDW ein Raum für lebenslanges Lernen und digitale Integration werden, in dem neue Technologien nicht nur konsumiert, sondern aktiv ausprobiert und mitgestaltet werden können. Das Projekt soll dabei auf eine radikale Offenheit der Architektur setzen und einen neuen Identifikationspunkt in Hamburg schaffen. Außerdem soll die Frage beantwortet werden, wie ein öffentliches Gebäude heute beschaffen sein muss, um Identität, Orientierung und Austausch in einer zunehmend virtuell fragmentierten Welt zu stiften.

Bestand
Der Entwurf basiert auf dem Erhalt und der Weiterverwendung der bestehenden Struktur. Stützen und nahezu alle Kerne bleiben erhalten und werden um einen zusätzlichen Aufzugskern ergänzt. Die vorhandenen Atrien werden erweitert und durch ein weiteres Atrium ergänzt. Die Staffelgeschosse werden zurückgebaut, um Raum für eine Dachnutzung zu schaffen.

Raumkonzept
Gezielte Einschnitte in den Bestand reduzieren die große Gebäudetiefe und schaffen mehrgeschossige Räume mit vielfältigen Blickbeziehungen. Die Grundstruktur ist offen organisiert und wird nur punktuell durch Wände gegliedert. Flexible Trennwände und Vorhänge ermöglichen eine variable Nutzung. Die Hauptnutzungen gliedern sich in Makerspaces (Labs), Museum, Bibliothek und Arbeitsflächen der Volkshochschule. Die Makerspaces bieten Raum für unter anderem 3D-Druck, Lasercutting, Fahrradwerkstatt, Näh- und Textilarbeit, Audio- und Medienproduktion sowie digitale Arbeitsplätze. Die Bibliothek umfasst eine Kinderbibliothek, offene Lernzonen, Lesesäle und Gruppenräume. Ergänzt wird das Programm durch ein Auditorium, zwei Cafés an den Eingängen sowie Flächen für Verwaltung, Technik und Lager.

Erschließung
Die zentrale Erschließung verbindet den Gerhart-Hauptmann-Platz mit dem Gertrudenkirchhof und markiert dort die Haupteingänge. Als durchgehender „roter Faden“ verläuft sie mehrgeschossig durch das Gebäude und organisiert die Orientierung. Entlang dieser Achse liegen die Zugänge zu allen Nutzungen. Sie führt durch beide Hauptatrien und schafft visuelle Verbindungen über mehrere Ebenen. Ein markanter Rolltreppenstrang entlang der Nordwestfassade begleitet die vertikale Bewegung. Er ist von außen als rotes Element ablesbar und führt von der Gertrudenstraße bis auf das Dach. Im 2. und 4. Obergeschoss öffnet sich der Strang und bindet sich an die übrige Durchwegung an.

Dach
Die Dachflächen im 4. und 8. Obergeschoss werden aktiviert und direkt an die Haupterschließung angebunden. Es entstehen Sport- und Aufenthaltsflächen mit Basketballfeld, Tischtennis, Vegetation und Freizeitbereichen. Das oberste Dach wird von einem Netz umspannt, das Sicherheit bietet und zugleich die Gebäudekubatur betont und eine leichte Erscheinung erzeugt. Von hier eröffnen sich weite Ausblicke bis zur Binnenalster und über die umliegende Dachlandschaft.

Fassade
Die Lochblechfassade bildet eine durchlässige Hülle zwischen Innen- und Außenraum. Sie dient als Sonnenschutz und macht den Innenraum je nach Tageszeit von außen ablesbar. An ausgewählten Stellen öffnet sich die Fassade dort, wo sich Räume aufweiten und über mehrere Geschosse erstrecken. Hinter der perforierten Schicht liegt eine vollständig verglaste Ebene. An den beiden Haupteingängen sind Flächen für Plakate integriert.

Fazit
Das Haus der digitalen Welt soll einen neuen öffentlichen Ort für Lernen, Austausch und Kultur bilden. Unterschiedliche Nutzungen werden räumlich und programmatisch miteinander verknüpft und schaffen vielfältige Begegnungsmöglichkeiten. Offen gestaltete Räume, durchlässige Strukturen und eine klare Erschließung fördern Interaktion und Teilhabe. So entsteht ein lebendiger Ort, der Bildung, Kreativität und gemeinschaftliches Erleben im urbanen Kontext vereint.
 

Text, Grafiken: Lona Quednau, Noah Mundinger

Ansicht Gerhart-Hauptmann-Platz
Ansicht Rosenstraße
Grundrisse EG - 2.OG
Grundrisse 3.OG - 5.OG
Grundrisse 6.OG - 8.OG
Schwarzplan
Isometrie
Isometrie Fassade
Schnitt 01
Schnitt 02
Perspektivschnitt
Piktogramme
Piktogramme Nutzung
Visualisierung Eingang Gertrudenkirchof
Visualisierung Erschließung
Viualisierung Galerie
Visualisierung Lesesaal
Visualisierung Werkstatt

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