Das Nutzungskonzept verbindet klassische Bereiche eines Hotels mit den Strukturen einer Künstlerresidenz und eines kreativen Retreats. Neben privaten Rückzugs- und Übernachtungsbereichen entstehen Ateliers, Ausstellungsflächen sowie gemeinschaftlich nutzbare Räume für Workshops, Veranstaltungen und den kreativen Austausch. Kuratierte Angebote aus unterschiedlichen künstlerischen Disziplinen richten sich sowohl an professionell arbeitende Künstler*innen als auch an Gäste, die während ihres Aufenthalts neue kreative Ausdrucksformen kennenlernen möchten. Dadurch entsteht ein Wechselspiel zwischen individuellen Rückzugsmöglichkeiten und gemeinschaftlichen Aktivitäten.
Eine zentrale Rolle spielt dabei der Umgang mit dem historischen Bestand. Vorhandene Materialien, Strukturen und Spuren der vergangenen Nutzung werden bewusst erhalten und als Teil der neuen Gestaltung verstanden. Statt die Geschichte des Hauses zu verdecken, werden alte und neue Elemente miteinander in Beziehung gesetzt. Zeitgenössische Eingriffe ergänzen den Bestand zurückhaltend und machen gleichzeitig die neue Nutzung ablesbar. Auf diese Weise entsteht ein spannungsvolles Zusammenspiel verschiedener Zeitschichten, das die besondere Atmosphäre des Kurhauses weiterträgt.
Das ehemalige Kurhotel erhält so eine neue Perspektive, ohne seine ursprüngliche Identität zu verlieren. Aus dem lange ungenutzten Gebäude entwickelt sich ein lebendiger Ort für Kunst, Erholung und Gemeinschaft, an dem historische Architektur und zeitgenössische Nutzung miteinander verbunden werden. Das kreative Retreat schafft Raum für persönliche Entfaltung, neue Begegnungen und bewusste Auszeiten und führt das Kurhaus damit in eine neue, langfristig nutzbare Zukunft.















