ROTTLER hören und sehen

Masterentwurf von Emilia Grullini, Rottler, Räume für Augenoptik und Hörakustik, betreut durch Prof. Gerd Baron, 2026

Projektinfos

Jahr: 2026

Studiengang:
Innenarchitektur

Betreuung:
Baron, Gerd, Prof.Schellhorn, Henning, Prof.

Teilnehmer*innen:
Emilia Grullini

Projektart:
Entwurf

Der Entwurf für die Rottler Filiale in Bochum versteht den Verkaufsraum nicht nur als funktionale Infrastruktur, sondern als offenen Kommunikationsraum. Inmitten der belebten Kortumstraße entsteht eine Filiale, die Begegnung, Beratung und Aufenthalt miteinander verbindet. Die räumliche Gestaltung reagiert auf die hohe Bewegung und Durchlässigkeit des urbanen Umfelds und schafft gleichzeitig Orte der Orientierung und Ruhe. Ziel ist es, klassische Abläufe von Augenoptik und Hörakustik neu zu denken und den Innenraum als aktiven Teil des Kundenerlebnisses zu gestalten.

Zentrales Element des Entwurfs ist die Welle, die als räumliches und soziales Herzstück der Filiale fungiert. Sie verbindet Empfang, Beratung und Wartebereich in einem zusammenhängenden Möbel und schafft fließende Übergänge zwischen den einzelnen Nutzungen. Durch ihre geschwungene Form lenkt sie Bewegung und Blickachsen intuitiv durch den Raum und erzeugt eine offene und einladende Atmosphäre. Beratung wird dadurch nicht als abgeschlossener Vorgang verstanden, sondern als selbstverständlicher Teil des gesamten Raumerlebnisses. Die Raumorganisation gliedert die Filiale in offene Aufenthaltszonen und ruhigere Arbeitsräume, ohne die Offenheit des Grundrisses zu verlieren. Während sich Empfang, Aufenthalt und Beratung im vorderen Bereich befinden, sind Akustikräume, Werkstatt und Refraktion im hinteren Teil der Filiale angeordnet. Transparente Abtrennungen ermöglichen Einblicke in die Werkstatt und stärken die Wahrnehmung von Handwerk und Präzision. Gleichzeitig entstehen kurze Wege und intuitive Orientierung innerhalb der Filiale. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Flexibilität des Raumes. Schiebewände, verschiebbare Spiegel und wandelbare Präsentationsflächen ermöglichen unterschiedliche Nutzungsszenarien. Dadurch lässt sich die Filiale flexibel an Veranstaltungen, Präsentationen oder wechselnde Ausstellungen anpassen. Kinder und Jugendbrillen werden bewusst in die allgemeine Ausstellung integriert und nicht separat behandelt, wodurch ein offenes und inklusives Gesamtbild entsteht. Die Materialität schafft eine warme und hochwertige Atmosphäre. Leder und Kupfer prägen die zentrale Welle und setzen gezielte Akzente im Raum. Ergänzt werden sie durch zurückhaltende Materialien wie Sichtestrich, Stoffflächen und Glas, die Ruhe und Offenheit vermitteln. Akustisch wirksame Oberflächen sorgen trotz der offenen Struktur für eine angenehme Klangatmosphäre und unterstützen die Aufenthaltsqualität innerhalb der Filiale. Auch die visuelle Identität greift die räumliche Haltung auf. Kupferakzente, reduzierte Grafiken und eine klare Typografie schaffen eine direkte Verbindung zwischen Marke und Raum. Verpackungen, Printmedien und Beschilderungen übertragen Materialität und Farbigkeit konsequent auf alle Ebenen des Erscheinungsbildes und machen die Identität der Filiale ganzheitlich erfahrbar.

Orientierungsstruktur
Kontaktzone
Grundriss Erdgeschoss
Variable Nutzung: Beratung, Aufenthalt, Event
Ausstellung entlang der Welle
Warten und Produktinszenierung
Schaufenster
Logo
Kinder- und Jugendbrillen
Visitenkarte, Terminkarte und Brillenputztuch

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