Schmuck und Permakultur

Brosche

Projektinfos

Jahr: 2017

Studiengang:
Schmuckdesign

Betreuer:
Prof. Gunda FörsterProf. Dipl.-Schmuckgestalterin Andrea Wippermann

Teilnehmer:
Lina-Maria Köhn

Projektart:
Abschlussarbeit

„Schmuck im Spannungsfeld zwischen Wegwerfgesellschaft und wachsenden Nachhaltigkeitsbestrebungen. Es gilt am Beispiel der Permakultur zu untersuchen, ob und wie Schmuck sich in einer stetig wachsenden ökologischen und sozialen Bewegung positionieren lässt.“

Lina-Maria Köhn stellt sich die Frage: Kann man überhaupt das Konzept der Permakultur auf die Schmuckproduktion übertragen? Und wenn ja, wie kann eine Schmuckkollektion aussehen, die unter dem Aspekt dauerhaft funktionierender, nachhaltiger und naturnaher Kreisläufe gefertigt ist? 

„Neben der Beschaffung von ökofairen Materialien, sollte auch über die nötigen Hilfsmittel und Werkzeuge nachgedacht werden...Säuren, Beizen, Kitte, Klebstoffe, galvanische Bäder und ähnliche chemische Produkte, welche auf eine nachhaltige Verwendung geprüft oder zu denen Substitute gefunden werden müssen...Effiziente und stromsparende Geräte und Maschinen wären wünschenswert.“ Die Vorstellung von „geschlossenen Kreisläufen und der intensiven Vernetzung von Systemelementen untereinander, macht einen Rohstoff wünschenswert, der im Idealfall selbst ’angebaut’, ’geerntet’ und am Ende seiner Nutzungsdauer als ’Nahrung’ den neuen, nachwachsenden Rohstoffen wieder zugeführt werden kann.“

In einem langwierigen Prozess des Abwägens, des Für und Wider der einzelnen Komponenten, entscheidet sich Lina-Maria Köhn für das Naturmaterial Birkenrinde. Mit diesem Material kann sie ihren Anspruch auf möglichst energiesparende und umweltfreundliche Umsetzung sowie das Schließen von Verfahrenskreisläufen und Vermeiden von unnutzbaren Abfällen erfüllen. 

Die Steckbroschen überzeugen durch ihre Einfachheit und Selbstverständlichkeit. Im Vordergrund steht die natürliche und individuelle Schönheit der Oberfläche jedes einzelnen Rindenzylinders, welcher ausschließlich durch Ineinanderstecken von Zylinder außen und Haltering innen an der Kleidung haftet.

Die vier Anhänger vereinen Natürlichkeit und Künstlichkeit auf spielerische Weise. Ein künstlich hergestellter Ring aus Rinde sitzt freibeweglich auf einem Birkenastabschnitt. Farbige, grüne Bänder „fließen“ aus ihren Enden und ermöglichen das Tragen auf dem Körper. Die Anhänger strahlen Fröhlichkeit und Optimismus aus. Sie rufen uns zu: ‚habt keine Angst vor der Zukunft, wenn wir gemeinsam die Ideen um Nachhaltigkeit anpacken und umsetzen, haben wir eine Alternative’.

Vielleicht haben wir mit dieser Kollektion eine neue Art von „Statement-Schmuck“ vor uns liegen, der nicht durch falsch funkelnde Brillianz auf sich aufmerksam machen will, sondern seine Idee selbstbewusst transportiert.

 

Prof. Andrea Wippermann

Die Zitate stammen aus der schriftlichen Diplomarbeit von Lina-Maria Köhn. 

Anhänger
Anhänger
Halsschmuck

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