Ziel der Umnutzung ist es, Räume zu schaffen, die Hilfe, Beratung, Öffentlichkeit und Alltag miteinander verbinden. Die Anonymisierung des urbanen Raumes wird durch diverse Nutzungen und Erschließungen im Hochhaus bewusst weitergeführt. Einrichtungen mit Stigmatisierungsproblematiken können durch diese Anonymität im Herzen der Stadt existieren und den Nutzer*innen eine möglichst geringe soziale Schwelle bieten. Ausgehend davon untersucht die Arbeit, wie sich Hochhäuser im städtischen Kontext transformieren lassen. Trotz ihrer oft zentralen Lage leisten solche Gebäude häufig nur wenig Beitrag zum öffentlichen Leben der Stadt. Ziel ist es daher, den Bestand zu einem aktiven, diversen und zugänglichen Ort zu transformieren.
Das Projekt zeigt das Potenzial leerstehender Hochhäuser, insbesondere ehemaliger Büro- oder Sondergebäude, im städtischen Kontext auf. In diesem Fall handelt es sich bei dem Bestandsgebäude um ein ehemaliges Laborgebäude. Durch diese ursprüngliche Nutzung war das Tragwerk auf höhere Nutzlasten ausgelegt. Dadurch konnten Tragwerksreserven genutzt werden, die eine Aufstockung ohne erheblichen Mehraufwand ermöglichen. Durch die Verbindung von öffentlichen, freizeitbezogenen und gesellschaftlich anerkannten Nutzungen mit Angeboten, die häufig mit Stigmatisierung verbunden sind, entsteht ein gemischter und lebendiger Ort. Stigmatisierte Nutzungen werden dabei nicht an den Rand gedrängt, sondern erhalten einen zentralen, integrierten und zugleich anonymen Raum in der Stadt.
Text, Grafiken: Tjark Ove Delfs
1. Prüfer: Prof. Simon Takasaki-Lauw
2. Prüfer: V-Prof. Daniel Hülseweg




















