Transluzenz

Projektinfos

Jahr: 2021

Studiengang:
Kommunikationsdesign und Medien

Betreuung:
Fippinger, Olaf, Prof.Linke, Christine, Prof. Dr. phil.

Teilnehmer*innen:
Henriette Simons

Projektart:
Abschlussarbeit

Transluzenz beschreibt die partielle Lichtdurchlässigkeit eines Körpers.
In der deutschen Sprache wird der Begriff meist mit Transparenz gleich -
gesetzt, es gibt jedoch Unterschiede. Etwas ist transparent, wenn es
durchsichtig ist, wie etwa Fensterglas. Transluzenz ist etwas durchschei -
nendes. Etwas ist transluzent, wenn es zwar Licht hindurchlässt, aber
keine Dinge dahinter erkennbar sind, wie bei einer Milchglasscheibe.
Während meiner Arbeit an diesem Projekt hatte ich das Gefühl, als
würde ich durch ein Milchglas sehen. Ich hatte einen Eindruck, den
Medien mir vermittelt hatten. Meine Recherche basierte ausschließlich
auf Sachbüchern und Dokumentationen von cis*Personen und auf
wenigen Einzelschicksalen. Je länger ich mich mit meinen Protago-
nist*innen beschäftigte, je mehr ich fragte, je mehr Quellen von trans*Au-
tor*innen ich in mein Projekt mit einbezog, desto mehr veränderte sich
mein Bild der Position von trans*Personen in unserer Gesellschaft. Ich
versuchte zu verstehen, wo die Quellen für die Stigmatisierung von
trans*Personen liegen, wo die Ignoranz und das Unverständnis der
Gesellschaft beginnt und was trans*Personen für ein Bild von sich nach
außen zeigen wollen. Die Milchglasscheibe ist eine Barriere, durch die
es schwer ist, durchzusehen. Aber es ist möglich, Formen und Bewe -
gungen zu erkennen. Auch wenn man auf der anderen Seite der Scheibe
ist, kann man erkennen, das dahinter etwas vor sich geht. Man muss
sie dafür nicht gleich einreißen. Die Scheibe ist auch ein Schutz. Ein
Schutz vor Hass, Diskriminierung und Fremdbestimmung.
Für die Menschen der trans*Community wünsche ich mir, dass in
Zukunft ihre Transluzenz anerkannt wird. Dass versucht wird, ihnen
Verständnis entgegenzubringen, richtig hingeschaut und zugehört
wird. Dass den trans*Personen die Möglichkeit gegeben wird, sich
selbst zu präsentieren, wie sie möchten. Und dass sie selbstbestimmt
leben können, ohne dass in ihren privaten Raum eingedrungen wird.

Henriette Simons


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