Wanderlust

Wanderlust
Halsschmuck, Titan, Edelstahl, Holz

Projektinfos

Jahr: 2017

Studiengang:
Schmuckdesign

Betreuer:
Prof. Dipl.-Schmuckgestalterin Andrea WippermannDipl.-Des. Tobias-David Albert

Teilnehmer:
Ellen Øyan

Projektart:
AbschlussarbeitAuszeichnung

Ellen Øyan betitelt ihr Thema mit dem etwas in die Jahre gekommenen, romantisch geprägten und typisch deutschem Wort: Wanderlust. Das ergänzende Zitat von Henry David Thoreau: „Alle guten Dinge sind wild und frei“ wirbelt den vermeintlichen Staub hinweg und zeigt die Richtung an, in die die ‚Reise’ geht. Alle Teile dieser Diplomarbeit: die schriftliche Arbeit, die Tuschezeichnungen und die fünf Colliers sind ein starkes, persönliches Plädoyer, sich auf den Weg zu machen _ entweder ganz wortwörtlich genommen oder metaphorisch gesehen je nach Veranlagung.

„Ein neuer Weg erlaubt einem, das zu finden, was man gar nicht gesucht hat.

Man gibt der Strecke einen Teil von sich selbst, und die Strecke gibt einen Teil zurück... 

Wir formen uns durch unsere Wege, wir nehmen manche Dinge mit und lassen anderes zuhause. Ob durch Talismane oder Amulette oder bestimmte Dinge, von denen wir uns nicht trennen können, Menschen suchen Sicherheit und Geborgenheit.“

Ellen Øyan fügt allen Colliers ein identisches Teil ein, das einerseits den Verschluss bildet und andererseits eine flache runde Dose bildet, welche befüllt und gegebenenfalls, vom Collier losgelöst, in der Hosentasche getragen werden kann. In jeder Box befindet sich je nach Thema ein Metallplättchen mit einem Wort zur Ermutigung, zur Wahrnehmung oder zur Erinnerung. Bei all der Unterschiedlichkeit der Colliers (in Material und Ausstrahlung) ist es dieses Element, welches die Schmuckstücke zu einer Kollektion zusammenführt und die Möglichkeit bietet, die Arbeiten mit persönlichen Emotionen und Erinnerungen aufzuladen.

Die Gestaltung der Colliers „Wanderlust“ und „Abenteuer“ dominieren handgeschriebene Gedichtzeilen, die per Lasercut auf Stahl/Titan Platten übertragen wurden. In diesen beiden Arbeiten fügt sich die Metalldose in die Gestaltung harmonisch ein. 

Schritt für Schritt kann man die Zeilen optisch erwandern und gelangt zur geschlossenen Dose, dessen Geheimnis erst beim Öffnen preisgegeben wird_ metaphorisch gesehen: der Weg führt zum Ziel, zum Erlangen von Erkenntnis.  

In den Arbeiten „Heimweh“, „Fernweh“ und „Heimat“ bilden die Schmuckformen und der Verschluss/die Dose in Form und Material einen starken Kontrast. 

Das weiche Leder der übereinandergeschichteten Pflanzenformen beim Halsschmuck „Heimat“ schmiegt sich dem Körper an, wird aber auch teilweise durch das dazwischen liegenden Metall daran gehindert. Die Dose konkurriert mit dem floralen Relief um die optische Vorherrschaft. Das Auge wandert ständig zwischen den beiden Elementen hin und her. 

„Man sucht einen Ort, wo man sich geborgen fühlt; dorthin kann man sich zurückziehen und vollkommen sicher fühlen. Was passiert aber, wenn man seine Heimat verliert?...Wo gehören wir hin?“

Beim Collier „Heimweh“ lastet der übergroße, farbig gestaltete Anhänger (visuell) schwer am Körper und das Volumen der Dose reicht nicht aus, um einen Ausgleich zu schaffen. Auch die dünnen Ketten erzeugen eher Schmerz als Tragekomfort (im übertragenen Sinn gemeint). 

„...aber wenn man woanders ist, trifft einen manchmal das Heimweh sehr hart, und man kann meistens diesem Gefühl nicht entkommen.“ 

Prof. Andrea Wippermann

Die Zitat stammen aus der schriftlichen Diplomarbeit von Ellen Øyan.

Wanderlust
Halsschmuck, Titan, Edelstahl, Holz
Heimat
Halsschmuck, Titan, Leder, Edelstahl
Abenteuer
Halsschmuck, Titan, Edelstahl
Abenteuer
Halsschmuck, Titan, Edelstahl
Heimweh
Halsschmuck, Titan, Holz bemalt
Fernweh
Halsschmuck, Titan, Edelstahl, Holz
Fernweh
Halsschmuck, Titan, Edelstahl, Holz
Alle Colliers werden durch den gemeinsamen Verschluss zusammengehalten. Das bietet die Möglichkeit, immer einen Teil des Schmuckstückes mit Erinnerungen oder anderem zu befüllen und mitzunehmen.

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